Kältetechnik bei Affenhitze

Aus der Neuen Westfälischen Zeitung vom 20.7.2016:

Bielefeld. In der Stadthalle und der danebenliegenden Kongresshalle muss die Luft angenehm sein. Nicht zu warm und nicht zu kalt. In diesem Jahr wird die 25 Jahre alte Zentralkälteanlage im Keller saniert. Nach Angaben von Hallenmanager Stephan Kipp belaufen sich die Kosten auf rund 200.000 Euro, die Energie-, Wartungs- und Instandhaltungskosten aber würden um 30 bis 40 Prozent sinken — pro Jahr. Kipp: „Hier war nicht der Wohlfühlfaktur der Gäste beeinträchtigt, sondern aus- schlaggebend für die Investition war der optimierte Wirkungsgrad und die gesetzlichen Vorgaben zum verwendeten Kühlmittel.” In der veranstaltungsarmen Zeit der Sommerferien werden regelmäßig Reparatur-, Instandhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen am Gebäude und der technischen Einrichtung durchgeführt. Die beiden neu installierten Kaltwassersätze mit je einer Kühlleistung von knapp 500 Kilowatt bilden das Herzstück der Kälteanlage. Zum Vergleich: eine Heizanlage in einem Einfamilienhaus hat eine Leistung von rund 15 Kilowatt.

Die Klimaspezialisten vom Planungsbüro pbr, dass die Arbeiten im Auftrag der Gebäudeeigentümerin BBVG (Bielefelder Beteiligungs- und Vermögensgesellschaft der Stadt) koordiniert, empfahlen, die Anlage zu splitten. Hierdurch sei eine optimale modulare Steuerung entsprechend der aktuell benötigten Kälteleistung möglich. Wenn eine Anlage kaputtgehe, würde der andere Teil ein- springen. Techniker sprechen in dem Fall von einer „Redundanz im Falle der Havarie”. Kipp: „Dadurch entfallen aufwendige Umbauten im Kellergeschoss.” Wesentliche Teile der Gesamtkälteanlage können nach dem Umbau weiterverwendet werden.

Nach Berechnungen der Stadthalle werden sich die Kosten nach sieben bis acht Jahren wegen der gesunkenen Energiekosten amortisiert haben. In enger Zusammenarbeit mit Martin Kwoka, dem Technischen Leiter der Stadt- halle, und Betriebstechniker Klaus Flachmeier wurden die erforderlichen Arbeitsschritte festgelegt. Die Maschinen mit einer Leistung von jeweils knapp 500 Kilowatt wurden von der Bielefelder Firma Zimmer & Hälbig geliefert und eingebaut. Die Firma wartet die Anlage auch in Zukunft. Bereits Anfang Juli haben die Bauarbeiten mit der Öffnung des Bodendeckels begonnen. Kipp verspricht: „Pünktlich zum Start in die neue Veranstaltungssaison wird die Anlage in voller Leistungsstärke zur Verfügung stehen.”

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